Reuters. Amsterdam/London Nach dem Sieg vor Gericht über den Ölkonzern Shell im vergangenen Jahr nehmen niederländische Umweltschützer weitere Großkonzerne ins Visier. Die Organisation Milieudefensie, der niederländische Arm der Gruppe Friends of the Earth, will von 30 Unternehmen mit Rechtssitz in den Niederlanden wissen, wie deren Pläne zur Reduzierung von klimaschädlichen Gasen aussehen. In Briefen an die Vorstände werden die Konzerne aufgefordert darzulegen, wie sie die Emission von Treibhausgasen bis zum Jahr 2030 um 45 Prozent im Vergleich zu 2019 senken wollen. Unter den Unternehmen sind KLM, der niederländische Teil der Fluggesellschaft Air France KLM, die Bank ABN Amro, der Supermarktkonzern Ahold Delhaize, der Versicherer Aegon und der Flughafen Schiphol.
Wild entschlossen
„Wir sind uns darüber im Klaren, dass wir letztlich, wenn es nötig ist, bereit sind, vor Gericht zu gehen“, sagte Peer de Rjik von Milieudefensie. Natürlich hoffe man aber, dass die Unternehmen von sich aus Maßnahmen ergriffen. „Wir sind bereit zu Gesprächen, aber wir haben es auch eilig.“ Die Organisation hat den Konzernen eine Frist bis zum 15. April gesetzt. Zwar hätten einige Firmen nur ein kleines Geschäft in den Niederlanden. Sie hätten aber einen sehr großen internationalen Einfluss, und das Shell-Urteil habe gezeigt, dass es möglich sei, sie über das niederländische Gesetz verantwortlich zu machen für ihre globalen Emissionen.