Wirtschaft

Der Volkswirt

Der Reichtum der Deutschen

Einem Prozent der deutschen Haushalte gehören heute rund 27 Prozent des gesamten Vermögens aller Deutschen. Wie aber war das früher? Über die Geschichte der Vermögensverteilung in Deutschland.
Von Moritz Schularick, Thilo Albers, Charlotte Bartels
Illustration Peter von Tresckow

Die Verteilung der Vermögen in der Ge­sellschaft ist ein Fixpunkt der politischen Debatte, an dem sich immer wieder die Geister scheiden. Für Karl Marx war es ein ehernes Gesetz des Kapitalismus, dass die Verteilung der Vermögen im Laufe der Geschichte immer ungleicher wird und letztlich in der Revolution mündet. Im letzten Jahrzehnt hat der fran­zösische Ökonom Thomas Piketty das Verhältnis der Wachstumsrate von Einkommen und Vermögen ins Zentrum seiner Überlegungen zur Dynamik der ge­sellschaftlichen Ungleichheit gestellt. Wie sich die Vermögen und ihre Verteilung in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert entwickelt haben, ist bisher kaum be­kannt. Ob etwa – wie mitunter zu hören – die Vermögensungleichheit in Deutschland derzeit ein Rekordhoch er­reicht hat und die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, ließ sich bisher nicht mit hinreichender Sicherheit auf solider Datengrundlage beantworten.

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